DIE GESCHICHTE UNSERES VEREINS

Rügen rollt! e.V. (ehem. Park Skating Mönchgut e.V.)


Die Gründungszeit des Rollsport- Vereins „Park Skating Mönchgut e.V.“

Der erste Skatepark in der Stichstraße vor der Selliner „Siedlung am Wald“ 2002- 2004

Die beiden ersten Gründungsmitglieder und Göhrener Jan Neumann und Florian Werbke hatten Ende der 1990-er Jahre im Alter von 26 und 27 Jahren mit dem Skateboardfahren auf Mönchgut begonnen und sofort Gefallen daran gefunden. Zur damaligen Zeit gab es in Meckl./Vorpommern und auf der Insel Rügen besonders in den Nebensaisonzeiten des Winters eine ziemlich hohe Arbeitslosigkeit, von der die beiden auch zeitweise betroffen waren. Damals trafen sich an langen Winterabenden die Skateboarder der Region Rügen und Stralsund gerne in der ersten Rügener Skatehalle, dem sog. „Ringalu“, die in der großen Sporthalle des ehemaligen „NVA Komplexes in Prora“ in der Zeit um 1997 eröffnet worden war, allerdings nur knapp 4 Jahre existierte. Die ersten Outdoor- Spots, an denen die beiden mit Freunden aus Sassnitz und Umgebung rollten, befanden sich hauptsächlich in Göhren, Baabe, Sellin als auch Bergen und Sassnitz. Es gab häufig Ärger mit Anwohnern, die die Rollgeräusche störten und hin und wieder sogar etwaige Ordnungshüter wie Polizei und Wachdienst riefen…

Die beiden träumten von einem richtigen Skatepark, in dem sie in ihrer Freizeit ungestört und unter Ihresgleichen stressfrei rollen könnten. In der Inselhauptstadt Bergen gab es zwar bereits den ersten Skatepark der Insel, dieser war jedoch zum Einen ziemlich begrenzt von der Platzgröße und vom Rampenparcour her eher lückenhaft angelegt. Zum Anderen war dieser auch bald belagert von Parkbesuchern, die ihn mehr zum Abhängen und Randalieren benutzten als zum Rollen. Dies ist im Übrigen leider eine in vielen Regionen Gesamtdeutschlands anzutreffende Begleiterscheinung bzw Folge mangelnder Geduld/Professionalität bei Planung von Skateparks.

Mit dem Ziel, den Bau eines vollkommenen Skateparks zu organisieren und den Bau ggf. auch selber in die Hand zu nehmen, gründeten die beiden Skate-boarder im Januar 2002 den ersten gemeinnützigen Rügener Skateboardverein mit dem Namen „Park Skating Mönchgut e.V.“ . Der Sitz des Vereins war damals, wie auch heute noch, das Ostseebad Baabe, in dem Jan Neumann und Florian Werbke zu Beginn des Vereins in einer Wohngemeinschaft lebten.

Auf dem Grund des Ostseebad Baabe befindet sich nun auch der aktuelle im Herbst- Winter 2014/15 in Ortbetonbauweise errichtete Skatepark.

Im SOMMER 2002 begegneten Jan N. und Florian W. einer Gruppe Jugend-liche, die sich auf dem Gelände einer Stichstraße an der Siedlung am Wald im Ostseebad Sellin einen „kleinen aber feinen Skatepark“ selber geschaffen hatten! Die Jugendlichen kamen aus den unterschiedlichsten Regionen der Insel Rügen, der kreative Kern stammte aus Göhren und Sellin. Die Jugendlichen hatten sich ihr Baumaterial in Form von Holz, Nägeln und Schrauben zum großen Teil als geschenkte Reste von etwaigen Baustellen und zum Teil auch aus Handwerksbetrieben ihrer Familien organisiert. Der Rampenparcour, den sie mit der Zeit selber erbaut hatten, ließ sich bestens skaten und so waren die beiden Vereinsgründer ab sofort ebenfalls die meiste Zeit in dem Stichstraßen- Skatepark in Sellin auf dem Brett unterwegs.

Jan N. und Florian W. boten den Jugendlichen die bereits geschaffene Vereinsstruktur des Park Skating Mönchgut e.V. als Möglichkeit, ihren Skateparkbau weiter zu entwickeln an und so dauerte es nicht lange, bis der Verein neben seinen 7 Gründungsmitgliedern weitere 25 Mitglieder aufgenommen hatte und der erste Skatepark an Ausmaß zunahm. Von Amtsseite bekam der Verein in dieser Anfangszeit größtmögliche Unterstützung, nicht zuletzt durch den Bürgermeister des Ostseebades Sellin, Herrn Reinhardt Liedtke, der den Skatern den Platz für den ersten Skatepark in der Stichstraße besorgt und für die nächste Zeit zugesagt hatte- die erste Aussicht für ein echtes Skateparkzuhause!

Sehr bald wurden weitere Materialsponsoren in Form von mittelständischen Handwerksbetrieben sowie Baustoffhändlern der Region gewonnen und die Jugendlichen bauten mit ihrem Skateboardverein Rampe für Rampe einen immer größer werdenden Park auf, der durch die M/V- weit bekannten sog. „psm- Contests“ (Nr 1-14(?)) mit den Jahren auch landesweit mehr und mehr Teilnehmer und große Beliebtheit gewann.

1.Parkumzug ins Ostseebad Baabe 2004-2011

… zwischen Tankstelle Sellin und Mönchstor Baabe
Der zweite Skatepark entsteht über die Jahre 2004- 2011

Im Jahr 2004 zog der Verein mit seinem damaligen Rampenparcour in Holz bzw. den diesen Umzug überlebenden Rampen auf eine Asphaltfläche im Ostseebad Baabe um. Der Umzug wurde notwendig, da sich der erste Skatepark auf einer Stichstraße befand, deren umliegende Baugrundstücke von einem Investor erworben und bebaut wurden. Es ging an eine vor dem Mönchstor gelegene Fläche direkt an der B196, die vom damaligen Baaber BM Herrn Dieter Mathis für die nächsten paar Jahre/ auf unbestimmte Zeit zur Verfügung gestellt worden war.

Hier standen gut 150m² mehr Fläche bereit, direkt von der Hauptdurchgang-straße einsehbar. Da die meisten der Holzrampen des vorherigen Skateparks in der Stichstraße sowieso „Geschichte“ waren nach dem Umzug, wurde ab dem Frühjahr 2004 wieder ein neuer Skatepark in mühevoller Arbeit über die kommenden 6-8 Jahre selbst erschaffen von den jugendlichen Rampenbauern des Vereins und unter professioneller Anleitung- in der Hauptsache zweier Handwerksbetriebe aus dem Ostseebad Göhren. Die „jugendlichen Erbauer“ und Nutzer des Skateparks an der B196 in Baabe wuchsen langsam aber sicher zu jungen Erwachsenen heran. Einer nach dem Anderen verließ zum Zweck von Ausbildungen, Studien und Reisen die Insel. Die Zahl der aktiven Skateboarder auf der Insel Rügen fiel daher zwischenzeitlich (2007- 2010) beträchtlich, jedoch kamen die meisten in regelmäßigen Abständen wieder zurück, um sich um IHREN Skateboardverein zu kümmern. Der hatte zwischenzeitlich den Vorstand gewechselt. Unter demokratischer Abstimmung wurde Jan N. mit dem bekannten Skateboarder Lennie Burmeister aus Berlin im Vorstand abgelöst, Lennie B. wiederum wurde im Jahr 2014 vom Vereinsmitglied der ersten Stunde, Björn Melms aus Sellin ausgewechselt.

Ein- bis zweimal in der Skatesaison von jeweils April bis Oktober eines jeden Jahres wurde ein Contest abgehalten, zu dem gerne auch Gäste und Skateteams aus allen Teilen der Republik anreisten, um sich beim Skaten zu bespaßen und am Lagerfeuer gemeinsam zu entspannen.

Das Vereinsleben pulsiert in den Jahren 2002- 2006, sowie 2011- 2015 auf Hochtouren, einer der Highlights mit besonderem überregionalem Echo und Wirkungskreis war im Jahr …. die Premiere der M/V weiten Contest-Tour namens „BalticBrettBattle“, im Zuge derer es drei Tourstops, Rostock, Greifswald und Sellin gab.

Der Verein wurde mehrmalig gefördert in der Hauptsache durch Gelder zum Bau größerer Rampenprojekte wie einer 6m x 11m großen Minirampe und einem Skateboardclubhaus im Jahr 2006 durch das Sozialministerium des Landes Meckl./Vorpommern, sowie zum Bau einer großen Funbox/Pyramide mit Roof und Chinabank im Jahr 2011 durch eine Telekomförderung. Im Zuge der letzteren Förderung bekamen die Rampenbauer des Vereins höchst-professionelle Unterstützung durch die weltweit agierende Skateboard Rampenbaufirma IOU Ramps, Andreas Schützenberger aus Passau am Inn.

Die zunächst Jugendlichen und Kinder, als auch später Erwachsenen des Vereines filmten von Anfang an ihre Skateboardtricks und stellten die Aufnahmen in Form von zusammengeschnittenen mehrminütigen Filmen auch der Öffentlichkeit bei Filmprämieren auf der Insel Rügen zur Verfügung. Diese meist sehr gut besuchten Vorführungen besserten jeweils durch Eintrittsgelder die Vereinskasse auf, so daß u.a. mit diesen Geldern die fortlaufend not-wendigen Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten des Holzrampenparcours bewältigt werden konnten, der jeweils in den witterungsintensiven Wintermonaten November bis März eines jeden Winters stark an Substanz verloren hat.

Die Kurzfimserie „Rügen rollt!…“ Folgen 1-11 dokumentiert im Übrigen von Beginn an verschiedenste Bereiche und Epochen des Lebens innerhalb und um den Verein, neben Filmaufnahmen beim Skateboarden werden die Vereinsmitglieder und deren Freunde, als auch lustige, spontane und schräge Ereignisse des „Rollalltages“ gezeigt.

Reichten die selbsterwirtschafteten Eigenmittel des Vereins wie so häufig nicht aus für die anstehenden Arbeiten an den Rampen, dann hatte der Verein stets die Möglichkeit über das Amt der Region Mönchgut- Granitz bzw die Gemeinden Sellin und Baabe weitere Mittel zur Jugendförderung zu beantragen, die dann zum Glück in den meisten Fällen auch genehmigt und zugeteilt wurden.

Auch aus der freien Wirtschaft hat der Verein sich immer wieder Freunde und Förderer verschaffen können bzw sind diese oftmals auch selbstständig auf den Verein aufmerksam geworden durch dessen stets intensive Öffentlichkeits-arbeit in den lokalen und überregionalen Medien.

Besonderen Einsatz ergatterten sich im Jahr 2005 und 2007 einige Vereins-mitglieder im Zuge des sog. VANS Worldcup Skateboarding Rotterdam, zu dem sie als Handlanger besondere Fähigkeiten zum Bau von Skateboardrampen in Holz erwerben konnten. Außerdem war es von großer Bedeutung, an einem Skateboard- Event dieser Größenordnung als allseits beliebte Parcour- Erbauer der Firma IOU Ramps, Andreas Schützenberger aus Passau teilnehmen zu dürfen.

Für die meisten aktiven Vereinsmitglieder war und ist es von Anfang an wichtig gewesen, sich in einer der jeweils selbst gewählten Sparten und Aufgabenfelder des gemeinnützig handelnden Vereins freiwillig besonders zu engagieren. Zu diesen Sparten gehörten bislang z.B. Presse- und Filmarbeiten, Rampenbauarbeiten, Grünanlagenpflegearbeiten rund um den Skatepark, logistische Zuarbeiten während etwaiger Events und Contestveranstaltungen sowie besonders auch Werbung in Form von Webseitenpflege und Layout für diverse Flyer und Sticker.

Im Jahr 2012 gab es im Zug des 10- jährigen Vereinsjubiläums einen Jubiläumscontest in Form des Baltic Brett Battle Wettbewerbs im Sellin- Baaber Skatepark an der B196 mit anschließender Beachparty am Selliner Südstrand, zu der die sogenannte Mini-Mini Rampe in drei Teilen aus dem Skatepark an den Selliner Südstrand transportiert und dort zur nächtlichen Session aufgestellt wurde. Der Contest und die Beachparty waren überdurchschnittlich gut besucht.

Ein Jahr zuvor stellte der Verein den Großteil seiner bis dato geknipsten Photos zusammen und präsentierte diese für interessierte Besucher im Zug einer Photo-Ausstellung in den Räumen des alten Melon Skateshop Ladenlokal im Selliner Seepark, die Einnahmen etwaiger Spendengelder der Ausstellung kamen dem Bau der langersehnten IOU Funbox zugute.

2.Umzug-/ Bau Neuer Skatepark“ \ 2012- 2015

Planung Projekt „2.Umzug-/ Bau Neuer Skatepark“/Umzug und Bau des dritten Skateparks oberhalb des Baaber Fußballplatzes 2012- 2015

In den Jahren 2012-2015 befaßte sich der Skateboardverein mit den planerischen Vorarbeiten zum 2.Umzug und Neubau seines Skateparks von dem über die letzten 10 Jahre genutzten Standort in Baabe an der B196 auf den neuen Standort oberhalb des Baaber Fußballstadions „Blau- Weiss- Baabe“ e.V. Der anstehende Umzug/Neubau des Skateparks am neuen Standort wurde notwendig durch die wirtschaftliche Weiternutzung der alten Fläche zum Bau eines Discountermarktes mit großem Parkplatz und neuer Straßenführung um den Markt herum. Die Gemeinden schufen in Zusammenarbeit mit den Ämtern und Ingenieuren des Landkreises und der Kommune Baurecht für den Discountermarktbau sowie des Skateparkumzug/-neubau zum gleichen terminlichen Baubeginn, der für den Skateboardverein mit dem Rückbau des alten Skateparkparcours bereits im April 2014 begann.

Die Finanzierung dieses gewissenhaft und lang geplanten „Mammutprojektes“ wurde letzten Endes ermöglicht durch die Kofinanzierung von Kommunalem Eigenanteil in Höhe von 50% und einer sog. „ELER- Förderung“ über das Landesförderinstitut Mecklenburg- Vorpommern in Schwerin ebenfalls in Höhe von 50%. Der Kommunale Eigenanteil wurde zu 90% von der Gemeinde Sellin und zu 10% über das Amt Mönchgut-Granitz aufgebracht. Die Fläche, auf welcher der neue Skatepark in Ortbetonbauweise entstand, wurde von der Gemeinde Baabe für die Dauer von 25 Jahren zur Verfügung gestellt.

Das lang geplante Projekt des anschließenden „Umzug/Neubau an den neuen Standort“ oberhalb des Fußballstadions in Baabe fand ab dem Zeitpunkt der Fördermittelbescheid- Übergabe am 18. Juli 2014 statt, zu dieser Übergabe war der Sportminister des Landes Meckl./Vorpommern Herr Caffier aus Schwerin im Auftrag des Landessportbundes M/V und des Landesförderinstitutes M/V extra angereist. Im Kreis der Bürgermeister der Gemeinden Sellin und Baabe, sowie der Bauamtsleiter des Amtes Mönchgut- Granitz als auch des leitenden Ingenieurs wurden der alte und der neue Standort begutachtet und für sehr passend befunden. Daraufhin nahm der bauliche Ablauf seinen geplanten Gang, im Dezember 2014 waren bereits ca 95% der zu erbringenden Bauleistungen vollbracht und der Winter konnte kommen. Im Zuge des Skateparkneubaus kam der lang geplante neue Parcour in Ortbetonbauweise zur Ausführung und es entstand ein innovativer und doch zeitloser besonders flüssig be-skatebarer um gute 150m² größerer Park, der den Verein in seiner Zukunft sorgenfreier begleiten soll, als es die vorherigen zwei Modelle aufgrund ihrer Holzbauweise jemals leisten konnten. Die offizielle Skateparkeröffnung mit anschließender Filmpremiere findet am 16.Mai 2015 statt.

Der Verein „Park Skating Mönchgut“ e.V. wechselte im Winter 2014/2015 seinen Namen auf „Rügen rollt!“e.V. und startet ab dem Frühjahr 2015 in „seine nächste Epoche“. Ein neuer Internetauftritt unter der Webadresse www.rügenrollt.de geht ab Mai 2015 ins Netz neben der vorhandenen Facebookpräsenz „Rügen rollt“ und versorgt alle Mitglieder, Freunde und Gäste mit Informationen zum Vereinsleben.

Vorhaben wie Skateboardcamps, Jugendförderung, Austauschprojekte mit anderen Regionen und weitere Contests werden das Vereinsleben der Zukunft u.a. mit bestimmen.

 

Vereinsvorstand

Florian Werbke und Björn Melms